Klares Wasser sichtbar machen: Die selbstgebaute Secchi-Scheibe

Begleiten Sie uns heute beim Bau einer eigenen Secchi-Scheibe, mit der sich die Sichttiefe und damit die Klarheit von Seen, Flüssen und Küstengewässern zuverlässig bestimmen lässt. Wir kombinieren praktische Handwerksfreude, wissenschaftliche Genauigkeit und erprobte Tipps, damit Ihre Messungen vergleichbar, sicher und nachhaltig werden – vom ersten Materialkauf bis zur Datenweitergabe an engagierte Gemeinschaftsprojekte.

Warum Sichttiefe zählt

Die Sichttiefe beschreibt, wie weit Licht in ein Gewässer eindringt, und spiegelt Nährstoffgehalte, Algenblüten, Schwebstoffe und Störungen wider. Mit einer einfachen Secchi-Scheibe können Bürgerinnen und Bürger Veränderungen früh erkennen, Badesaisons besser planen und Naturschutzinitiativen mit belastbaren, kontinuierlichen Beobachtungen unterstützen, die Verwaltung und Forschung sinnvoll ergänzen. Gerade in heißen Sommern schafft regelmäßiges Messen Orientierung.

Scheibe und Markierungen

Bewährt sind Kunststoff- oder Holzscheiben mit 20–30 Zentimetern Durchmesser. Das Schwarz-Weiß-Viertelmuster schafft starken Kontrast in verschieden trübem Wasser. Sorgfältige Kreise, klare Trennlinien und kratzfeste Lacke sichern reproduzierbare Ergebnisse, während eine abriebfeste Skala späteres Ablesen an der Leine erleichtert und Missverständnisse verhindert.

Lot, Leine und Knoten

Die Leine sollte kaum dehnen, gut in der Hand liegen und in regelmäßigen Abständen dauerhaft markiert sein. Ein kompaktes, korrosionsbeständiges Lot hält die Scheibe gerade. Sichere Knoten und ein drehbarer Wirbel verhindern Verdrillungen, sorgen für ruhige Absenkbewegungen und erhöhen die Messpräzision spürbar.

Vorbereitung und Zuschnitt

Zeichnen Sie den Kreis exakt, kontrollieren Sie den Durchmesser, markieren Sie das Zentrum und teilen Sie die Fläche in vier gleich große Segmente. Ein sauberer Schnitt, entgratete Kanten und eine plane Oberfläche erleichtern das präzise Lackieren, dichten besser ab und fördern dauerhaft gerade Messlagen.

Lackieren und Versiegeln

Tragen Sie zunächst eine Haftgrundierung auf, danach die schwarzen und weißen Felder in zwei bis drei dünnen Schichten. Abschließend schützt ein UV-beständiger Klarlack vor Vergilbung und Aufquellen. Beachten Sie Herstellerangaben, lüften Sie gut und lassen Sie jede Schicht vollständig aushärten.

Messpraxis am Gewässer

Konstante Bedingungen erzeugen vergleichbare Werte: Messen Sie möglichst mittags bei ruhiger Oberfläche, mit Rücken zur Sonne, schattieren Sie bei Bedarf. Dokumentieren Sie Wetter, Wind, Wellen und Standort präzise. Wiederholen Sie Messungen, mitteln Sie vorsichtig und achten Sie auf sichere Standplätze oder tragfähige Stege.
Wählen Sie repräsentative Stellen abseits direkter Einleitungen, Bootsturbulenzen und Schatten harter Uferbauwerke. Notieren Sie die Uhrzeit und den Sonnenstand, denn flacher Lichteinfall verfälscht Ablesungen. Bei trübem Wetter helfen Windpausen und ruhige Buchten, um feine Unterschiede zuverlässig sichtbar zu machen.
Senken Sie die Scheibe langsam ab, bis das Muster gerade verschwindet; markieren Sie die Tiefe, heben Sie an, bis es wieder erscheint, und mitteln Sie beide Werte. Halten Sie Einheiten, Datum, GPS-Position und Beobachtungen standardisiert fest, damit andere Ihre Messungen nachvollziehen können.

Daten erfassen und teilen

Messreihen entfalten ihren Wert erst durch saubere Dokumentation und Austausch. Nutzen Sie Tabellen, standardisierte Formulare und klare Dateinamen. Teilen Sie Ergebnisse mit lokalen Gruppen, Forschungsprojekten oder offenen Plattformen, damit Ihre Beobachtungen in Karten, Modelle und Entscheidungen einfließen und langfristige Verbesserungen bewirken. Abonnieren Sie unseren Newsletter, treten Sie der Community bei und tauschen Sie Fragen sowie Erfahrungen direkt mit anderen Messenden aus.

Sicherheit, Ethik und Naturschutz

Eigenes Wohlergehen und Respekt vor Natur gehen vor. Betreten Sie keine unsicheren Ufer, arbeiten Sie nie allein im Winter und informieren Sie sich über Schutzzeiten. Berühren Sie keine Nester oder Laichplätze, vermeiden Sie Müll und melden Sie besondere Beobachtungen sachlich, freundlich und lösungsorientiert.

Persönliche Sicherheit am Wasser

Tragen Sie rutschfestes Schuhwerk, prüfen Sie Stege auf Tragfähigkeit und sichern Sie Kinder stets ab. Halten Sie Abstand zu Strömungskanten, Wehren und Schiffsverkehr. Eine kleine Notfallausrüstung mit Pfeife, Handy in Schutzhülle und Wärmedecke gibt zusätzliche Sicherheit, besonders bei wechselhaftem Wetter.

Respekt vor Lebensräumen

Stehen Sie nicht in Schilf- oder Röhrichtgürteln, vermeiden Sie Trittschäden an Uferpflanzen und stören Sie keine Vögel während Brutzeiten. Nutzen Sie vorhandene Pfade. Entfernen Sie mitgenommene Hilfsmittel vollständig, damit keine Fremdstoffe verbleiben und das Gewässer unverändert natürlich bleiben kann.

Genehmigungen und Kommunikation mit Behörden

Informieren Sie sich vorab über lokale Regeln, Eigentümerstrukturen und Schutzkategorien. Ein kurzer Anruf bei Gemeinde, Nationalparkverwaltung oder Wasserverband klärt vieles. Freundliche Transparenz schafft Vertrauen, erleichtert Zugang zu Messstellen und kann Türen zu Kooperationen, Schulprojekten und gemeinsamen Datenauswertungen öffnen.

Anwendungen und weiterführende Experimente

Vergleich mit Turbidimeter oder Forel-Ule-Skala

Kombinieren Sie Sichttiefen mit einfachen Trübungsgeräten oder der Forel-Ule-Farbskala. So entsteht ein breiteres optisches Profil. Notieren Sie Abweichungen, diskutieren Sie Ursachen mit Fachleuten und sammeln Sie Belege, um Ihre Messstrategie kontinuierlich anzupassen und methodische Stärken bewusst einzusetzen.

Langzeitmonitoring und Trends

Erstellen Sie feste Messkalender, wiederholen Sie Beobachtungen an identischen Punkten und verknüpfen Sie Ergebnisse mit Wetterdaten. Trendlinien zeigen allmähliche Veränderungen, die im Alltag unsichtbar bleiben. So entstehen Datensätze, die über Jahre hinweg verlässliche Geschichten über Ihr Gewässer erzählen.

Bildung und Gemeinschaftsaktionen

Workshops mit Schulen, Jugendgruppen oder Vereinen machen das Messen greifbar und stärken Umweltbewusstsein spielerisch. Planen Sie sichere Stationen, erklären Sie Zusammenhänge verständlich und würdigen Sie Beiträge öffentlich. Gemeinsame Messtage fördern Dialog zwischen Generationen und erzeugen Motivation, langfristig dranzubleiben und Verantwortung zu teilen.
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